c`t: Magazin für Computertechnik

08/2018, S.184

Kunstvoll scannen

Um das Motiv herum ist nichts als Schwarz, der Blick wird in die Bildmitte gelenkt – auf ein Arrangement aus Früchten, Gemüse und anderen Pflanzen. Was auf den ersten Blick wie ein holländisches Stillleben aus dem 17. Jahrhundert aussieht, ist ein Kunstwerk aus dem Scanner. „Scanografie“ nennt sich das Verfahren, mit dem sich erstaunlich plastisch wirkende Makrofotos mit einem üblichen Büro-Scanner aufnehmen lassen. Das Gerät sollte CCD-Sensortechnologie nutzen – damit wird die enorme Schärfentiefe erreicht. Auch ganz kleine, filigrane Strukturen kommen so groß raus. Scanner-Künstler arbeiten beispielsweise gern mit Naturmaterialien wie Blüten, Blättern oder Federn.

Eine lange Liste von Scanner-Künstlern aus dem englischsprachigen Raum findet sich auf scannography.org. Auch die deutsche Fotografin und Künstlerin Almut Ilsen befasst sich mit Scanografie. Einige ihrer Werke sind aktuell und noch bis zum 4. Mai im Berliner Frauenzentrum EWA in der Prenzlauer Allee zu sehen. Auf digitpps.ch gibt es Anleitungen für eigene Experimente mit dem Scanner, etwa den Tipp, einen innen schwarz angemalten Karton über das Motiv zu stülpen.